Familienrecht

Brauche ich einen Rechtsanwalt zur Regelung familienrechtlicher Fragen, wenn ich mich mit meinem Partner geeinigt habe ?

Als Rechtsanwalt wird man in familienrechtlichen Angelegenheiten regelmäßig kontaktiert, wenn es in der Ehe oder Partnerschaft „kriselt“.
Meistens geht es um den Fragenkreis, was geschieht, wenn sich die Partner (Ehepartner oder Lebenspartner) trennen, weniger um die Frage „soll ich mich scheiden lassen oder trennen ?“. Diese Frage kann ein Rechtsanwalt nur schwerlich beantworten.
Beantworten kann aber der Rechtsanwalt die Frage „Was geschieht“ bzw. welche Auswirkungen hat eine Trennung/Scheidung.

Je früher ein Rechtsanwalt aufgesucht wird, um so früher kann die Weichenstellung für die Zukunft begleitet und letztlich auch organisiert werden. Je später ein Rechtsanwalt eingeschaltet wird, um so größer ist die Gefahr, dass bereits Weichenstellungen erfolgt sind, deren Auswirkungen sehr schwer, wenn auch sogar garnicht mehr korrigiert werden können.
Die Scheidung, also die Trennung der Ehe durch Beschluss des Gerichtes (früher Scheidungsurteil) steht am Ende der „LIste“. DIe Scheidung erfolgt auf Antrag eines Partners, der anwaltlich vertreten sein muss, wenn die Ehe gescheitert ist (nach einem Jahr Trennung). Hierzu benötigt der Rechtsanwalt lediglich eine beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch, die beim Standesamt angefordert werden  muss und nicht älter als ein halbes Jahr sein darf, sowie, soweit keine Verfahrenskostenhilfe in Betracht kommt, einen Gerichtskostenvorschuß für die zu erwartenden Gerichtskosten (das Gericht arbeitet erst, wenn ein Vorschuß eingezahlt wurde). In diesem Zusammenhang wird dann auch noch der Versorgungsausgleich geregelt. Mehr grundsätzlich nicht. Der andere Partner benötigt keinen Rechtsanwalt, wenn er der Scheidung zustimmt.

Anders ist es, wenn darüberhinaus noch andere Teilberiche geregelt werden sollen, wie

1. Trennungsunterhalt
2. Nachehelichenunterhalt
3. Unterhalt wegen Krankheit, Alter
4. Betreuungsunterhalt
5. Hausrat
6. Zugewinn
7. Kindschaftssachen (Kindesunterhalt, elterliche Sorge, Umgang etc.)

In diesen Fällen empfiehlt es sich, auch wenn nur einer der vorgenannten Punkte mitgeregelt werden soll, die Einschaltung eines Rechtsanwaltes.

Beispielsweise kann Unterhalt nur für die Zukunft, aber nicht für die Vergangenheit gefordert werden. Wenn Sie also spät zum Rechtsanwalt gehen, können Sie erhebliche finanzielle Nachteile erleiden.

Oder beim Zugewinn. Glauben Sie, dass Ihr zukünftiger EX-Partner Ihnen gerne Auskunft, d.h. vollständig und wahrheitsgemäß, über sein aktuelles Vermögen gibt, wenn er ahnt, dass er bei Scheidung an Sie einen Teil seines Vermögens bezahlen muss ?

Aus diesem Grund raten wir Ihnen daher, frühestmöglich einen Rechtsanwalt auszusuchen, der Sie zunächst aufklärt und berät. Danach können und müssen Sie auch entscheiden, was für Sie am besten ist. Eine Beratung kostet maximal € 190,– zuzüglich 19% Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer).

Bedenken Sie hierbei beispielsweise, dass bei einem etwaigen Unterhaltsanspruch von monatlich € 300,–, Sie aber mit Ihrem Partner fälschlicherweise nur € 200,– vereinbart haben, pro Monat € 100,– zu wenig erhalten. Über das Jahr gerechnet erhalten Sie € 1.200,– zu wenig !!! Waren Sie aber anwaltlich beraten, bleiben Ihnen aber nach Abzug der Beratungskosten immerhin noch knapp € 1.000,–, die Ihnen sonst verloren gewesen wären.

Lassen Sie sich daher frühestmöglich von einem Rechtsanwalt oder einer Rechtsanwältin Ihrer Wahl in einem persönlichen Gespräch beraten.